Selbstständig neben dem Job – Die Erfolgsgeschichte von Blogger Daniel

Seit August 2014 betreiben Julian und Daniel das Digitale Lifestyle Magazin I Am Digital, das mittlerweile mehr als 2.000 Leser pro Monat hat. Dabei blicken sie auf die Szene der Digitalen Nomaden, tauschen sich mit einer neuen Generation von Entrepreneuren aus und geben Tipps und Tricks für das eigene Online-Business. Ihr Ziel ist es ihren Lesern den digitalen Lifestyle näher zu bringen.

Wir haben mit Daniel ein Interview über seine Erfolgsgeschichte als Sidepreneur geführt – Viel Spaß beim Lesen!

Darf ich vorstellen…

Ich bin Daniel, 31 Jahre alt, und bezeichne mich selbst gerne als Sidepreneur. Dieser Begriff trifft es ganz gut, da ich neben meinem eigentlichen Beruf als Teamleiter Social Media bei einer Online Marketing-Agentur in Offenburg daran arbeite, mir mein eigenes Online-Business aufzubauen.
Mit dem Blog- und Social Media-Virus habe ich mich während eines Praktikums im Jahr 2008 bei einem Online-Magazin für Fun- und Extremsport im Rahmen meines damaligen Sportmanagement-Studiums in Berlin infiziert. Bis heute hat mich die Schnelllebigkeit und die Begeisterung für Online-Medien nicht mehr losgelassen.

Mein nebenberufliches Unternehmen besteht aus zwei Teilen, nämlich dem digitalen Lifestyle Magazin I Am Digital und plusonelike, bei dem ich KMUs aus der Sportbranche in den Bereichen Branding, Blogging und Social Media berate.

Wann alles anfing

Nebenberuflich selbstständig bin ich bereits seit 2007, sofern ich meine Nebentätigkeiten während meines Studiums einbeziehe, wo ich unter anderem die Social Media-Kanäle für einen großen Sportartikelhersteller gepflegt habe. Die Absicht, irgendwann mein eigenes Unternehmen zu starten, hatte ich allerdings erst vor anderthalb Jahren, als ich begann, meine Blogs zu monetarisieren und erste Dienstleistungen für verschiedene Kunden mit dem Fokus auf die Sportbranche anzubieten.

Warum es anfing

Auch wenn mir mein primärer Job eine Menge Spaß macht, war es mir immer ein großes Anliegen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und mich in gewisser Weise selbst zu verwirklichen. Und da ich für das digitale Marketing brenne und es zum Aufbau eines Online-Business nicht mehr als ein Notebook und eine funktionierende Internetverbindung braucht, ist es heutzutage leichter denn je, ein eigenes Unternehmen zu gründen, ohne ein allzu großes (finanzielles) Risiko eingehen zu müssen.
Mein nebenberufliches Business teilt sich, wie bereits erwähnt, in zwei Bereiche, nämlich dem Online-Magazin I Am Digital und Dienstleistungen im digitalen Sportmarketing bei plusonelike. Dabei war es mir wichtig, mich nicht nur auf ein Projekt zu fokussieren, sondern meiner Passion für den Sport, den digitalen Lifestyle und ortsunabhängiges Arbeiten nachzugehen, was mit den beiden Projekten bisher auch wunderbar klappt.

iamdigital

Und was sagte dein Chef dazu?

Bevor ich meine Stelle, damals noch als Social Media Manager, angetreten habe, hatte ich bereits zwei Blogprojekte am Laufen. Daher war es mein Chef bereits gewohnt, dass ich nebenbei eigenen Projekten nachging, wenn auch damals noch ohne zusätzliche Einnahmen. Irgendwann habe ich mich dann dazu entschlossen, mehr daraus zu machen und bin auf meine Vorgesetzten zugegangen, die von Anfang an kein Problem in einer zusätzlichen Tätigkeit sahen, sofern ich mich in einem anderen Markt bewege.
Anfang dieses Jahres habe ich schließlich darum gebeten, meine Arbeitszeit auf 70 Prozent zu kürzen. Auch hier kam mir mein Chef, nachdem ich ihn mit meinen Wünschen konfrontiert hatte, ebenfalls sehr entgegen, wofür ich ihm unheimlich dankbar bin.

Ich glaube auch, dass es für beide Seiten eine Win-Win-Situation ist, schließlich bilde ich mich nebenbei ständig weiter und erweitere meinen Erfahrungsschatz, was letztendlich auch der Agentur zu Gute kommt.

Aller Anfang ist schwer…oder auch nicht

Als Kleingewerbetreibender hält sich der bürokratische Aufwand mit dem Gang zum Gewerbeamt zum Glück in Grenzen. Um Struktur in meine Projekte und mein Zeitmanagement zu bekommen, habe ich anfangs sehr viel gelesen, passende Online-Seminare angeschaut und verschiedene Tools für den nebenberuflichen Arbeitsalltag getestet.

Abends habe ich mich täglich für fünf Minuten vor eine Wand in meiner Wohnung gestellt, Ideen gesammelt und sie mit dem Edding aufgeschrieben.

Diese Vorgehensweise ist übrigens sehr zu empfehlen, auch wenn mein Besuch beim Anblick der Wohnzimmerwand oftmals nur den Kopf schütteln konnte.

Gab es doch noch schwere Momente?

Wirklich schwere Momente gab es bisher eigentlich nicht, zumal ich durch meinen Hauptjob finanziell abgesichert bin und dadurch keinen Druck beim Start meiner Nebentätigkeit verspürte.
Rückblickend hätte ich mich früher von zwei Blogprojekten trennen sollen, die leider nicht die gewünschte Reichweite erzielt hatten und mich somit eine Menge Zeit gekostet haben, die ich stattdessen in andere Projekte hätte investieren können.
Alles in allem lief bisher zum Glück alles relativ reibungslos, auch wenn ich ab und an mit meiner Produktivität und dem Zeitmanagement zu kämpfen habe, aber auch das werde ich noch in den Griff bekommen.

Wie findest du Zeit für deine Projekte?

Dadurch, dass ich mittlerweile in Teilzeit arbeite, habe ich werktags zusätzlich anderthalb Tage zur freien Verfügung. Doch auch nach „normalen“ Arbeitstagen und an Wochenenden verbringe ich viel Zeit für meine Projekte, wobei ich stets auf genügend Ausgleich achte.

Dabei dürfen Sport, Freunde treffen und auch mal ein kompletter Offline-Tag nicht zu kurz kommen, um stets motiviert zu sein und den Kopf frei zu kriegen.

Eine gewisse Routine ist hierbei ebenso wichtig, wie das Wörtchen „Nein“, denn wer sich nebenbei etwas aufbauen möchte, der muss für die ein oder andere Feierabendveranstaltung auch mal absagen.

Wie schaffst du es deine Projekte zu vergrößern?

Momentan liegt der Fokus bei meinen beiden Projekten I Am Digital und plusonelike auf dem Ausbau der Reichweite. Daher gilt es nicht nur ausreichend Content zu produzieren und durch Gastbeiträge auf meine Seiten aufmerksam zu machen, sondern die Inhalte über soziale Netzwerke zu streuen und teilweise mit Facebook Anzeigen zu bewerben, um im Idealfall einen viralen Effekt zu erzeugen. Zudem sollen die Leser und potenziellen Kunden langfristig an meine Projekte gebunden werden, weshalb ich seit einiger Zeit verstärkt auf Newsletter-Marketing setze, auch wenn hier eine Menge Geduld gefragt ist und mir oftmals die Zeit für das Verfassen eines Newsletters fehlt. Im Hinterkopf habe ich zudem die Idee, in absehbarer Zeit einen eigenen Podcast zu launchen, um die jeweilige Zielgruppe über ein weiteres Medium auszubauen.

Würdest du diesen Weg noch einmal gehen?

Keine Existenzängste, zusätzliches Wissen, sein eigener (Teilzeit-) Chef sein und ein erweitertes Netzwerk sind nur einige wenige Vorteile, warum es sich lohnt, sich nebenberuflich ein Unternehmen aufzubauen. Natürlich ist das Sidepreneur-Dasein sehr anstrengend und erfordert großen Einsatz und ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin, allerdings würde ich den gleichen Weg wieder gehen, um mein Online-Business voranzutreiben und meine eigenen Ideen zu verwirklichen.

Wo siehst du dich in der Zukunft?

Es wäre gelogen zu behaupten, auf immer und ewig Sidepreneur sein zu wollen. Wer sich nebenbei selbstständig macht, verfolgt in der Regel auch das Ziel, irgendwann die komplette Zeit für das eigene Unternehmen zu investieren. So natürlich auch bei mir, weshalb ich mich mittelfristig als digitaler Nomade mit meinen eigenen Projekten über Wasser halten und weitere Projekte, wie zum Beispiel einen Online-Shop und den besagten Podcast, realisieren möchte.

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Wann es tatsächlich soweit ist, weiß ich noch nicht. Fakt ist aber, dass ich diesen Schritt nicht gehe, bevor meine Projekte nicht rentabel sind und die nötige Reichweite erreicht haben. Sobald ich meine Entscheidung getroffen habe, werde ich meinen Vorgesetzten davon in Kenntnis setzen, schließlich hat er mir bisher großes Vertrauen geschenkt und da wäre es nur fair, ihm die Entscheidung so früh wie möglich mitzuteilen.

Deine Ratschläge für zukünftige Sidepreneure?

Wer sich nebenbei selbstständig macht, sollte sich zuerst einen Zettel und Stift nehmen und in aller Ruhe Gedanken darüber machen, woran man großen Spaß hat, was man ganz besonders gut kann oder was man lernen möchte.

Nischen gibt es viele, aber es macht keinen Sinn viel Zeit für ein Thema zu opfern, für das es keine Leidenschaft gibt.

Das Brennen für eine Sache ist meiner Meinung nach der entscheidende Faktor für den Erfolg eines Business. Denn gerade als Sidepreneur kann der Weg steinig und schwer sein.
Zudem sollten nicht zu viele Projekte auf einmal angegangen werden und schlecht bis gar nicht (an-)laufende Projekte gestoppt werden, schließlich ist die Zeit sowieso schon begrenzt. An einem guten Netzwerk führt ebenfalls nichts vorbei. Daher ist es von großer Bedeutung sich ein Netzwerk mit Gleichgesinnten aufzubauen und sich mit ihnen über Erfahrungen auszutauschen. Hierfür bieten sich zum Beispiel Mastermind-Gruppen an oder die von Michael Dohlen gegründete Sidepreneur-Gruppe auf Facebook.

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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