Gewerbe anmelden als Fotograf - in 5 Schritte zum eigenen Gewerbe

Als Fotograf ein Gewerbe anmelden, stellt in der Regel keine große Herausforderung dar. Du musst weder bestimmte Pflichten für Genehmigungen beachten und auch keine bestimmten Erlaubnisse sind erforderlich. Was allerdings für dich von Bedeutung ist, liegt in der Einschätzung deines Berufes als Fotograf durch das Finanzamt. Nur im Falle einer Anerkennung als freiberufliche Tätigkeit bist du von der Gewerbepflicht befreit. Das bedeutet, dass du dann kein Gewerbe als Fotograf anmelden musst. Doch wann musst du als Hobbyfotograf ein Gewerbe anmelden und in welchen Fällen ist eine Gewerbeanmeldung für dich als Fotograf notwendig? Antworten rund um dieses Thema findest du in nachfolgendem Artikel.

Das erwartet dich heute:

Wann musst du als Fotograf ein Gewerbe anmelden?

Beim Thema Fotograf und Gewerbeanmeldung musst du genau darauf achten, wie deine Tätigkeit eingestuft ist. Paragraf 18 des Einkommenssteuergesetzes besagt, dass freiberufliche Tätigkeiten auch künstlerische Tätigkeiten sind. Diese Einstufung trifft auch auf dich als Fotograf zu. Folglich ist eine Gewerbeanmeldung nicht notwendig.

Doch jetzt kommt das große Aber. Es gibt auch Fälle, bei denen deine Tätigkeiten als Fotograf eine Einstufung als handwerkliche Tätigkeiten eingeordnet werden. In diesem Fall führt für dich kein Weg an einer Gewerbeanmeldung vorbei. Um ganz sicherzugehen, musst du dich im Vorfeld genau erkundigen, welche Einstufung für dich gilt. Das kannst du am besten direkt beim Finanzamt machen.

Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit

Ist es eigentlich nicht egal, um welche Tätigkeit es sich handelt? Fotograf ist doch Fotograf.
Leider nicht und so einfach kannst du das nicht sagen. Schließlich wird diese Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit vom Gesetzgeber definiert. Dennoch bleibt diese Abgrenzung recht schwierig und verläuft mehr fließend.

Bei der Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit wird auf Berufe geachtet, für deren Ausübung du eine besondere Qualifikation brauchst oder diese Tätigkeit mit einer schöpferischen Begabung verbunden ist. In diesem Fall spricht der Gesetzgeber von freiberuflichen Tätigkeiten. Doch selbst § 18 des Einkommenssteuergesetzes stellt bei dieser Abgrenzung keine echte Hilfe dar. Die Grenzen sind und bleiben einfach fließend.

Als Fotograf erfüllst du genau genommen beide Tätigkeiten. Du bist künstlerisch tätig, leistest aber auch eine handwerkliche Tätigkeit. Um dies einfacher verstehen zu können, sind hier ein paar Beispiele der Abgrenzung für dich. 

  • Du bist Bildjournalist und damit Freiberufler. Von der Gewerbeanmeldung als Fotograf bist du hier befreit.
  • Du machst hauptsächlich Hochzeitsfotos und betreibst ein Fotostudio. In diesem Fall musst du auch als freiberuflicher Fotograf ein Gewerbe anmelden.
  • Du arbeitest als Fotograf im Auftrag von Unternehmen und erstellst und bearbeitest für diese Fotos. Ein sehr gutes Beispiel ist hier die Tätigkeit als Werbefotograf. Du bietest in diesen Fällen professionelle Dienstleistungen an und bist damit zur Gewerbeanmeldung verpflichtet.

Stellt sich jetzt nur noch die Frage, was du als Hobbyfotograf oder als nebenberuflicher Fotograf machen musst. Auch das lässt sich schnell beantworten.

  • Erzielst du als Hobbyfotograf nur geringfügige Einnahmen, die mehr eine Art Aufwandsentschädigung darstellen, musst du als Hobbyfotograf kein Gewerbe anmelden.
  • Als nebenberuflicher Fotograf bist du ebenfalls verpflichtet, eine Gewerbeanmeldung vorzunehmen. Allerdings kannst du die Einnahmen aus dieser nebenberuflichen Tätigkeit in deiner Steuererklärung als Nebenverdienst aufführen. 

Du siehst selbst, dass es nicht einfach ist, eine genaue Trennung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit vorzunehmen. Deshalb ist es ganz wichtig, dass du dich genau erkundigst. Das ist auch in deinem Sinne. Meldest du kein Gewerbe als Fotograf an, dies aber notwendig wäre, dann drohen dir empfindliche Bußgelder und Steuernachzahlungen.

Die Gewerbeanmeldung als Fotograf: Schritt für Schritt

Als Fotograf ein Gewerbe anmelden zu können, stellt zwar keine große Herausforderung dar, doch solltest du dich auf jeden Fall darauf vorbereiten. Im Vorfeld der Gewerbeanmeldung als Fotograf solltest du dir selbst ein paar Fragen beantworten.

  • Willst du ein Nebengewerbe als Fotograf ausüben oder soll es deine Hauptbeschäftigung sein?
  • Ist es am Anfang vielleicht besser mit dem Kleinunternehmerstatus zu starten? 

Für die Gewerbeanmeldung als Fotograf brauchst du auf jeden Fall ein ganz wichtiges Dokument. Du hast oben erfahren, dass es nicht immer einfach ist, eine Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit zu treffen. Deshalb brauchst du für die Gewerbeanmeldung als Fotograf eine Tätigkeitsbeschreibung. In dieser musst du genau beschreiben, worin deine Haupttätigkeiten bestehen. Dies ist aber nur ein Schritt und ein paar weitere Schritte folgen.

Schritt 1: Informiere deinen Arbeitgeber

Willst du als Hobbyfotograf ein Gewerbe anmelden und dies im Nebenberuf machen, musst du auf jeden Fall vorher deinen Arbeitgeber informieren. Verschweigst du deinem Arbeitgeber deine Nebentätigkeit, kann dies durchaus einen Kündigungsgrund darstellen. In der Regel haben Arbeitgeber nichts dagegen, zumindest so lange deine eigentliche Arbeit nicht darunter leidet. Aber informiere ihn einfach frühzeitig über deine Gewerbeanmeldung und erspare dir damit unnötigen Ärger.

Schritt 2: Die Gewerbeanmeldung

Wirst du als Künstler für deine fotografischen Tätigkeiten eingestuft, dann bist du ein freiberuflicher Fotograf und musst keine Gewerbeanmeldung ausführen.

Als selbstständiger Fotograf kann deine Tätigkeit aber auch als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden und dann besteht für dich die Pflicht zur Gewerbeanmeldung. Um dein Gewerbe anzumelden, musst du dich an das Gewerbeamt der Stadt wenden, in der du dein Gewerbe ausüben willst und die dir dann auch deinen Gewerbeschein ausstellen kann. In vielen Städten musst du nicht einmal persönlich zur Gewerbeanmeldung als Fotograf erscheinen und kannst dies auch online machen. Für die Anmeldung benötigst du aber auf jeden Fall folgende Unterlagen: 

  • Personalausweis
  • ein Handelsregisterauszug für den Fall, dass du einen Handelsregistereintrag hast
  • möglicherweise ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Tätigkeitsbeschreibung und ausgefülltes Formular zur Gewerbeanmeldung 

Für die Gewerbeanmeldung musst du ein Formular ausfüllen und ein paar Euro für die Anmeldung bezahlen. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung sind von Stadt zu Stadt verschieden und liegen erfahrungsgemäß zwischen 20 Euro und maximal 70 Euro.

Nachdem du alle Unterlagen eingereicht und dein Gewerbe als Fotograf angemeldet hast, informiert das Gewerbeamt automatisch weitere Behörden:

  • Information an das zuständige Finanzamt
  • Information an die zuständige Berufsgenossenschaft

Von diesen Behörden bekommst du kurze Zeit später Post und musst weitere Angaben machen. Für das Finanzamt musst du beispielsweise einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.

Schritt 3: Information an das Finanzamt

Wie bereits erwähnt, werden bei der Gewerbeanmeldung als Fotograf vom Gewerbeamt automatisch auch andere Behörden, unter anderem das Finanzamt informiert. In der Regel bekommst du etwa nach zwei Wochen Post vom Finanzamt mit einem Fragebogen. Diesen musst du wahrheitsgemäß ausfüllen, denn er dient zu deiner steuerlichen Erfassung. Hier wird unter anderem von dir verlangt, dass du einen geschätzten Jahresumsatz einträgst. Mit diesem Formular kannst du aber auch die Kleinunternehmerregelung beantragen.

Achtung:

Besondere Beachtung musst du beim Ausfüllen vom Formular dem Thema Umsatzsteuernummer widmen. Hier kannst du ankreuzen, ob du diese Umsatzsteuernummer brauchst oder nicht. Wenn ja, dann hat dies weitere Konsequenzen für dich, denn dann gibt es weitere wichtige Dinge wie etwa die Umsatzsteuervoranmeldung zu beachten.

Schritt 4: Die Gewerbeanmeldung bei der Handwerkskammer oder IHK

Willst du als Fotograf ein Gewerbe anmelden, dann meldet sich in der Regel die Handwerkskammer nach der Gewerbeanmeldung bei dir. Dort wird die Annahme getroffen, dass du als Fotograf im Auftrag von Kunden tätig bist. Ist dies zutreffend, musst du dich dort bei der Handwerkskammer auch registrieren. Ist dies aber nicht zutreffend, so kannst du dies in dem beigelegten Antrag genau erläutern. Die Handwerkskammer gibt dich dann weiter an die IHK, die Industrie- und Handwerkskammer. Das wäre für dich ein deutlicher Vorteil, denn die Kosten für die  IHK sind deutlich niedriger.

Anbei ein Beispiel der Kosten bei Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung bei einem Jahresumsatz unter 22.000 Euro.

  • Im ersten Jahr der Anmeldung bist du bei der Handwerkskammer beitragsfrei. Die Anmeldung kostet dich allerdings 150 Euro.
  • Im zweiten Jahr und im dritten Jahr musst du die Hälfte von Grundbetrag (156 Euro) bezahlen.
  • Im vierten Jahr wird dann der volle Grundbetrag fällig.

Geringer fallen die Kosten für dich bei der Industrie- und Handelskammer aus.

  • Bei einem Gewinn von unter 5.200 Euro im Jahr kostet dich die IHK 0 Euro.
  • Bei einem Gewinn über 5.200 Euro bis zu einem Gewinn von 25.000 Euro im Jahr musst du lediglich 25 Euro entrichten.

Schritt 5: Kreativität starten

Ist die Gewerbeanmeldung als Fotograf erfolgt und du hast allen damit verbundenen Schreibkram erledigt, kann es losgehen. Du kannst deiner Kreativität nun freien Lauf lassen und dich ans Werk machen. Die Frage, ob jeder Fotograf werden kann, ist mit einem klaren Ja zu beantworten. Allerdings gilt auch hier, dass du nie auslernst und vor allem am Anfang alles andere als perfekt bist. Du musst also nicht nur viel Neues ausprobieren, sondern auch immer wieder üben. Am besten ist es, wenn du klein anfängst und dich Stück für Stück nach oben steigerst.

Steuern im Nebengewerbe

Es spielt bei einer Selbstständigkeit keine Rolle, ob du ein Nebengewerbe angemeldet hast oder du als Fotograf hauptberuflich arbeitest. Steuern musst du in beiden Fällen bezahlen. Ein Gewerbe anmelden als Fotograf und im Nebengewerbe zu arbeiten, hat aber aus steuerlicher Sicht durchaus einige Vorteile, welche du beachten musst. 

  • Steuern müssen von dir im Nebengewerbe erst dann zahlen, wenn du auch einen Gewinn am Ende eines Geschäftsjahres erzielt hast.
  • Sind deine Ausgaben höher als deine Einnahmen, musst du für die Einnahmen keine Steuern bezahlen.

Doch eines muss dir klar sein. Auch wenn du die Entscheidung triffst, ein Kleingewerbe als Fotograf anzumelden und du einen Gewerbeschein für Fotografie bekommst, so bist du für die Zahlung von Steuern selbst verantwortlich. Das heißt konkret, dass du dich um die ordnungsgemäße Buchführung selbst kümmern musst.

Buchführung, Einkommenssteuer und Gewinnfeststellung

Es spielt keine Rolle, ob du als Fotograf im Hauptberuf oder Nebenberuf arbeitest. Voraussetzung ist immer eine ordentliche Buchführung. Du musst gegenüber dem Finanzamt alles angeben. Alles, was mit deiner Tätigkeit zu tun hat, muss von dir erfasst werden. Dies brauchst du für deine jährliche Einkommensteuererklärung, zu deren Abgabe du verpflichtet bist. Überdies ist es durchaus möglich, dass du auch eine Umsatzsteuererklärung und eine Gewerbesteuererklärung einreichen musst.

Außerdem gilt es für dich noch weitere Punkte zu beachten: 

  • Egal ob Einzelunternehmer oder Freiberufler, so reicht am Jahresende für deine Gewinnfeststellung eine einfache Einnahmenüberschussrechnung aus. Diese EÜR reicht immer dann aus, wenn dein Jahresgewinn 60.000 Euro nicht übersteigt oder du nach § 141 AO nicht mehr als 600.000 Euro Umsatz pro Jahr machst.
  • Eine Überschreitung dieser Grenzen hat zur Folge, dass du wie jedes Großunternehmen zu einer doppelten Buchführung verpflichtet bist. Überdies musst du dann eine Bilanz und eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung erstellen. Allerdings kannst du dies dann nicht mehr selbst stemmen und brauchst sowohl einen Steuerberater als auch Buchhalter.

Tipp:

Wer als Fotograf tätig ist, muss sich bei der Rechnungserstellung und Buchhaltung an die gesetzlichen Regelungen halten. Unabhänngig ob freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit kann hierbei ein gutes und übersichtliches Rechnungsprogramm für Fotografen helfen.

Die Umsatzsteuer im Nebengewerbe

In Deutschland gilt für fast alle Dienstleistungen oder Güter die sogenannte Umsatzsteuer. Du als Unternehmer musst diese Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeben, bekommst diese aber als Vorsteuer vom Finanzamt wieder zurück.

Anders stellt sich die Situation allerdings beim Nebengewerbe dar, vor allem, wenn du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst. In diesem Fall musst du keine Umsatzsteuer bezahlen, darfst auf deinen Rechnungen diese Umsatzsteuer aber auch nicht aufführen. Im Vergleich zu einem Unternehmen, welches Umsatzsteuer bezahlt, ist dies allerdings kein finanzieller Vorteil, denn die holen sich ihre Umsatzsteuer ja zurück.

Tipp:

Für dich bedeutet die Kleinunternehmerregelung vielmehr, dass du dir viele administrative Aufgaben sparen kannst. So brauchst du beispielsweise keine Umsatzsteuervoranmeldung und auch keine Umsatzsteuererklärung machen.

Fazit

Als Fotograf ein Gewerbe anzumelden, ist nicht sonderlich schwer. Im Vorfeld allerdings ist es nicht einfach, überhaupt eine Abgrenzung zwischen freiberuflicher Tätigkeit und gewerblicher Tätigkeit als Fotograf zu treffen. Als freiberuflicher Fotograf musst du nämlich kein Gewerbe anmelden. Liegt jedoch eine gewerbliche Tätigkeit vor, egal ob du ein Kleingewerbe als Fotograf oder ein Nebengewerbe als Fotograf anmeldest, so besteht für dich eine Anmeldepflicht.

Erwartest du nur geringe Einnahmen, so ist zu Beginn die Kleinunternehmerregelung durchaus eine Option. Auch ein Start als Nebengewerbe bietet sich an, denn in diesem Fall hast du immer noch die Sicherheit von deinem eigentlichen Job. Aufpassen musst du auch im Nebengewerbe als Fotograf auf Themen wie Buchführung und Steuern, denn dafür bist du selbst verantwortlich, wenn du ein Gewerbe als Fotograf anmeldest.

Alisha Meier
Alisha Meier

Alishas Kreativität kennt keine Grenzen. Seit 2017 arbeitet sie als Content Marketing Managerin bei sevDesk und begeistert ihre Zielgruppe mit gezielten Inhalten rund um Kreativthemen und Inspiration für Selbstständige.

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