Forderungsmanagement – So kannst du deine Kunden richtig mahnen!

Was passiert, wenn ein Kunde nicht zahlt? Du schreibst eine Zahlungserinnerung und später eine Mahnung. Aber das reicht nicht. Um erfolgreich ein Unternehmen zu führen, ist ein effektives Forderungsmanagement notwendig. Dies beginnt schon bei der Vertragsgestaltung mit deinem Kunden und endet erst, wenn du dein Geld erhalten hast. Was du außerdem alles beachten musst, zeigen wir dir in diesem Artikel auf.

Das erwartet dich heute:

Was ist Forderungsmanagement?

Das Forderungsmanagement gilt als professionelles Mahnwesen. Das Ziel hierbei ist, die Liquidität deines Unternehmens zu sichern und Zahlungsausfälle zu vermeiden. Das Forderungsmanagement ist Teil des innerbetrieblichen Rechnungswesens und beginnt mit folgenden Schritten:

  • Ordnen von offenen Zahlungen
  • Registrieren offener Zahlungen
  • Organisieren von offenen Zahlungen

Kommt es zum Zahlungsverzug, sorgt das Forderungsmanagement dafür, den Rechnungsempfänger an seine Pflicht zur Zahlung zu erinnern. Allerdings beginnt ein effizientes Forderungsmanagement nicht erst mit dem Eintreiben offener Zahlungen. Der eigentliche Anfang ist die Prüfung der Bonität des Geschäftskunden. Das Ganze nennt sich auch Debitorenmanagement und umfasst alle Abläufe innerhalb des Rechnungswesens. So sollen Forderungsausfälle schon von Anfang an vermieden werden.

Synonyme für Forderungsmanagement

Weitere Bezeichnungen für den Begriff Forderungsmanagement sind:

  • Kreditmanagement
  • Konditionenmanagement
  • Debitorenmanagement

Was gehört zum Forderungsmanagement?

Das Forderungsmanagement besteht aus verschieden Stufen, wie du aus der Grafik erkennen kannst. Was diese einzelnen Stufen bedeuten, zeigen wir dir nachstehend auf.

Stufen des Forderungsmanagements
Die vier Stufen, die zum Forderungsmanagement gehören

Mahnwesen

Zu dem Forderungsmanagement gehört das Mahnwesen. Dieses ist stufenweise aufgebaut und realisiert innerbetrieblich das Forderungsmanagement.

Inkasso

Wenn das Mahnwesen keinen Erfolg bringt, kommt es zum Inkasso. Hierzu kannst du einen externen Partner (Inkassounternehmen) beauftragen. Diese Unternehmen treiben die Schulden ein, sorgen aber meist für erhöhte Kosten, für den Schuldner.

Wozu brauchst du einen Versicherungsschutz?

Um nicht vollständig von dem Forderungsausfall betroffen zu sein, kannst du eine Forderungsausfallversicherung abschließen. Diese nennt sich auch Warenkreditversicherung und leistet entsprechend Ersatz bei Forderungsausfällen, wenn es zu einer Insolvenz deines Kunden kommt. Allerdings nicht im vollen Umfang. In der Regel musst du einen Selbstbehalt von 20 Prozent tragen.

Zudem solltest du im Rahmen der betrieblichen Haftpflichtversicherung an eine Forderungsausfalldeckung denken. Kann zum Beispiel ein Haftpflichtschaden durch den Verursacher nicht gezahlt werden, sichert diese Deckung den Schadenersatz.

Factoring

Eine immer beliebter werdende Alternative ist das Factoring. Hierbei verkaufst du die Forderung direkt nach der Rechnungsstellung an ein Factoringunternehmen. Sprich, du wartest nicht, bis die Zahlung überfällig ist. Dann bekommst du den Großteil deiner Forderung zeitnah ausgezahlt. Der Restbetrag folgt, sobald der Kunde seine Zahlung vorgenommen hat. Die Gebühr für das Factoring beläuft sich auf drei bis fünf Prozent der Forderungssumme. Da das Factroring ein planbarer Geldrückfluss ist, wird es von Banken und Geldgebern als sehr positiv bewertet.

Aufgaben des Forderungsmanagements

Dass das Forderungsmanagement aus verschiedenen Elementen besteht, haben wir schon aufgeführt. Was allerdings die folgenden Begriffe bedeuten, erklären wir dir im weiteren Verlauf:

  • Bonitätsprüfung
  • Vertragsgestaltung
  • Rechnungsstellung
  • Zahlungsabwicklung
  • Mahnverfahren und Inkasso
  • Informationsmanagement

Bonitätsprüfung

Durch eine Bonitätsprüfung kannst du die Kreditwürdigkeit deines Geschäftspartners prüfen. Die Bonität beschreibt den Willen und die Fähigkeit deines Kunden, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Was bedeutet Vertragsgestaltung?

Wenn du deinen Vertrag entsprechend formulierst, kannst du dem Zahlungsverzug in vielerlei Punkten entgegenwirken. Zum Beispiel durch Nennung von Kreditsicherungsmitteln, wie:

  • Eigentumsvorbehalt
  • Sicherungszession
  • Sicherungsübereignung
  • Grundschuld
  • Hypothek
  • Zahlungsbedingungen

Worum geht es bei der Rechnungsstellung?

Die Rechnungsstellung sollte, nach erbringen der Leistungen, zeitnah erfolgen. Außerdem ist es wichtig, dass die Rechnung vollständig und korrekt ist, damit es zu keiner Reklamation kommen kann. Nur so kannst du lange Zahlungszeiträume vermeiden, die dein Unternehmen am Ende in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnten.

Was bedeutet Zahlungsabwicklung?

Zu der Zahlungsabwicklung zählt in erster Linie die Risikoüberwachung. Das heißt, du musst Zahlungseingänge regelmäßig prüfen und anhand dieser Informationen die Risikobeurteilung deiner Kunden anpassen.

Tipp!

Um den Überblick über die Rechnungen zu behalten, ist ein Buchhaltungsprogramm hilfreich, welches deine Rechnungen nach Fälligkeit ordnet.

Was ist das Mahnverfahren und Inkasso?

Bei dem Thema Mahnverfahren und Inkasso kommt es häufig zu einem eigenen Konflikt. Auf der einen Seite willst du dein Geld pünktlich erhalten und auf der anderen Seite deine Geschäftsbeziehung nicht schädigen. Trotzdem ist es wichtig, dass du diese beiden Schritte bei jedem Kunden konsequent anwendest. Eine Möglichkeit ist, deine Mahnstrategien nach Kundenklassen einzuteilen. Die Kundenklassen kannst du zum Beispiel nach folgenden Kriterien anpassen:

  • Anzahl der Mahnungen
  • Schärfe des Tons
  • zeitlicher Mahnungsturnus
  • Folgemaßnahmen

Außerdem ist es hilfreich, wenn du in deinem Unternehmen verbindliche Verhaltensregeln einführst, wie im Verzugsfall reagiert werden soll. Lege zudem konkrete Maßnahmen fest, die einzuhalten sind, wenn es zum Verzug kommt.

Was beinhaltet das Informationsmanagement?

Das Informationsmanagement gibt dir Aufschluss über dein aktuelles Debitorenmanagement und die Wirksamkeit deiner einzelnen Maßnahmen.

Worum geht es bei der Bonitätsprüfung?

Wie vorstehend schon kurz erklärt, geht es hierbei um die Prüfung der Kreditwürdigkeit deiner Geschäftspartner.

Was wird geprüft?

Bei der Bonitätsprüfung kommt es zu einer Überprüfung von folgenden Daten:

  • Name
  • Alter
  • Geschlecht
  • Anschrift von potenziellen Kunden

Hinzu kommt eine Analyse des Zahlungsverhaltens. Dies geschieht über Auskunfteien, wie zum Beispiel die Schufa. Diese Auskunfteien sammeln die Daten eines Kunden von verschiedenen Unternehmen. Anhand dieser Daten lässt sich letztendlich feststellen, ob dein Kunde bisher zuverlässig seinen Zahlungen nachgekommen ist oder nicht. In diesen Auskunfteien werden auch Inkasso- und Gerichtsdaten aufgeführt.

Welches sind wichtige Faktoren der Bonitätsprüfung?

Nicht jeder Kunde wird bei der Bonitätsprüfung gleich bewertet. Neben der Zahlungswilligkeit und den persönlichen Daten, spielen beim Scoring weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Diese sind:

  • Wenn es im unmittelbaren, lokalen Umfeld zu überdurchschnittlich vielen Zahlungsausfällen kommt, wird dies auf alle Bewohner der Gegend heruntergebrochen.
  • Bei Beamten ist das Scoring deutlich höher als zum Beispiel bei Bauarbeitern. Das liegt daran, dass bei Bauarbeitern, aufgrund der saisonalen Beschäftigung, mit einer höheren Kreditausfallwahrscheinlichkeit zu rechnen ist. Bei Beamten wirkt sich die Unkündbarkeit entsprechend positiv aus.
  • Alleinstehende müssen nicht für andere sorgen. Somit sinkt das Risiko, dass das Einkommen stark strapaziert ist. Daher erhalten sie ein hohes Scoring für den Familienstand.
  • Kinder wirken sich immer negativ auf das Scoring aus, da sie, kurz gesagt, viel Geld kosten.
  • Geordnete Vermögensverhältnisse fallen immer positiv auf. Besteht dann noch ein hoher Eigenmittelanteil oder Wohneigentum, gibt es eine gute Bewertung.
  • Wird ein aufgenommener Kredit in der Schufa positiv ausgewertet, weil das Darlehen rechtzeitig abgezahlt wurde, gilt der Kredit nicht als negatives Merkmal.
  • Eine Anfrage bei einer Bank nach den Konditionen für ein eventuelles Bankdarlehen wirkt sich nicht negativ aus. Allerdings sieht das bei einer Kreditanfrage, wo der Kredit nicht zustande kommt, anders aus. Denn hierbei geht die Schufa automatisch davon aus, dass dieser Kredit, aufgrund einer negativen Bonität nicht zustande kommt.

Vertragsgestaltung im Forderungsmanagement – das solltest du beachten

Wenn du bestimmte Maßnahmen schon vor dem Abschluss eines Vertrages ergreifst, kannst du Forderungsausfälle vermeiden. Auf was du bei der Vertragsgestaltung achten musst, zeigen wir dir in den folgenden Absätzen.

Informationen über deinen Vertragspartner einholen

Du solltest dir die Informationen über deine Vertragspartner vorzugsweise schon bei der Anbahnung eines Geschäfts einholen. Hierbei solltest du folgende Punkte überprüfen:

  • Erfasse so viele Kundendaten, wie möglich.
  • Achte darauf, dass du bei Vertragsschluss eine vollständige Bezeichnung deiner Vertragspartner hast.

Informationsquellen können sein:

Fälligkeitsvereinbarung

Bei der Vertragsgestaltung ist es wichtig, dass die direkt die Fälligkeitszeitpunkte festlegst. Diese können zum Beispiel so aussehen:

  • 14 Tage nach Rechnungsdatum
  • am 10. des Folgemonats

Die Leistung wird hierbei nach dem Kalender bestimmt, sodass der Verzug auch ohne eine Mahnung eintritt.

Zahlungsbedingungen

Hierbei ist die Informationsbeschaffung deiner Geschäftspartner ein Vorteil. Denn anhand der Informationen kannst du entsprechend die Zahlungsbedingungen vereinbaren. Diese können sein:

  • Lastrift / Bankeinzug
  • Vorkasse
  • Vorschuss oder Abschlagszahlung
  • Skonto als Anreiz zur Zahlung
  • Zahlung per Nachnahme

Forderungssicherung

Als Forderungssicherung gelten zum Beispiel Vereinbarungen, die besagen, dass die Ware erst nach vollständiger Bezahlung dem Kunden gehört. Dies nennt sich auch Eigentumsvorbehalt. Weitere Vereinbarungen, die der Forderungssicherung dienen, sind:

  • Forderungsabtretung
  • Sicherungsübereignung
  • Bürgschaften

So sieht eine korrekte Rechnungsstellung aus

Eine Rechnungsstellung ist die Erstellung und Ausarbeitung von Rechnungen. Was du bei einer korrekten Rechnungsstellung beachten musst, zeigen wir dir in den:

Was sind die Grundlagen zur korrekten Rechnungsstellung?

Zu den Grundlagen der Rechnungsstellung zählt die Einhaltung von den handels- und steuerrechtlichen Mindestanforderungen. Diese Anforderungen gestalten den Inhalt und die Struktur einer Rechnung.

Welche Angaben müssen auf die Rechnung?

Gesetzliche PflichtangabenZusätzliche Angaben
Vollständiger Name und Adresse des RechnungsstellersDankesworte
Eindeutige RechnungsnummerHinweis auf Aktionen oder Sonderangebote
AusstellungsdatumBitte um Weiterempfehlung
Steuernummer / Umsatzsteuer-IDGruß- und Abschiedsformel
Menge und Art der gelieferten Leistungen
Entgelt
Aufzuwendende Steuersätze
Eingeräumte Rabatte

Tipp!

Wenn du ein Rechnungsprogramm nutzt, sind alle Pflichtangaben automatisch auf der Rechnung enthalten. Du brauchst nur deine individuellen Leistungen aufführen und kannst die Rechnung dann speichern und abschicken.

Wie organisierst du ein effektives Mahnwesen?

Obwohl es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, verwenden die meisten Unternehmen nach wie vor ein fünfstufiges Mahnsystem. Wie du dieses System im Mahnwesen organisierst, zeigen wir dir hier.

Zahlungserinnerung

Die Zahlungserinnerung gilt als der erste Schritt im Mahnwesen. Sie erfolgt 10 bis 14 Tage nach Überschreiten des Zahlungsziels. Außerdem wird hier eine neue Zahlungsfrist angegeben. Bleibt die Zahlung dann immer noch aus, kommt es zu der ersten Mahnung.

Erste Mahnung

Die erste Mahnung folgt 20 bis 30 Tage nach Überschreiten der Zahlungsfrist. Hierbei hast du die Möglichkeit, Mahngebühren zu fordern.

Zweite Mahnung

Der dritte Schritt ist die zweite Mahnung. Diese kannst du 40 bis 50 Tage nach überschreiten des Zahlungsziels versenden. Neben der Berechnung von Mahngebühren, kannst du außerdem einen Lieferstopp aussprechen.

Dritte Mahnung

Die dritte Mahnung findet 60 Tage nach Überschreiten des Zahlungsziels statt. Dann darfst du Mahngebühren und Verzugszinsen fordern. Des Weiteren hast du die Möglichkeit, auf eine Übergabe an einen Anwalt oder das gerichtliche Mahnverfahren hinzuweisen.

Gerichtliches Mahnverfahren

Das gerichtliche Mahnverfahren ist der letzte Schritt. Dieser erfolgt über einen Mahnbescheid oder die Übergabe an einen Rechtsanwalt.

Wann solltest du ein Inkassobüro beauftragen?

Zahlt dein Kunde nicht, obwohl du ihn mehrfach erinnert hast, ist es an der Zeit, ein Inkassobüro zu beauftragen. Allerdings solltest du nicht irgendein Inkassounternehmen auswählen. Wenn du an einen unseriösen Anbieter gerätst, kann dies sehr teuer für dich werden. Darum solltest du zum Thema Inkassobüro die nachstehenden Absätze beachten.

Welche Aufgaben übernimmt das Inkassobüro?

Die Aufgaben des Inkassodienstes teilen sich auf in:

  • vorgerichtliche Maßnahmen
  • gerichtliche Maßnahmen

Zu den vorgerichtlichen Maßnahmen gehören die erste Inkassomahnung, die zweite Inkassomahnung und die dritte Inkassomahnung. Hierbei nimmt das Inkassobüro kontakt mit dem Schuldner auf. Das soll zu dem Ziel führen, das die Forderungen beglichen werden, ohne gerichtlich vorgehen zu müssen. Außerdem überpüft das Inkassobüro, ob die Forderung auch begründet ist und ob Bonität auf der Schuldnerseite vorhanden ist.

Dann kommt es zu einer Absprache mit dem Auftraggeber, um das außergerichtliche Mahnverfahren einzuleiten. Die Maßnahmen des Inkassodienstes werden entsprechend an das Schuldnerprofil angepasst. Gegebenenfalls bietet der Inkassodienst hier alternative Zahlungsmethoden an, wie zum Beispiel eine Ratenzahlung.

Kommt es nicht zu einer Zahlung, kommt es nach Absprache zu dem gerichtlichen Mahnverfahren. Den Anfang hierbei macht der Antrag auf einen gerichtlichen Mahnbescheid. Ist dieser Bescheid erfolglos, folgt der Antrag auf einen Vollstreckungsbescheid. Der letzte Schritt ist die Zwangsvollstreckung und Pfändung.

Wer zahlt die Kosten für den Inkassodienst?

Die Kosten liegen immer beim Schuldner. Denn das Inkassounternehmen macht die Kosten als Verzugskosten geltend. Wichtig hierbei ist allerdings, dass du ein Inkassobüro erst eingeschaltet hast, wenn du eine erste Mahnung an deinen Kunden versendet hast.

Wie findest du ein seriöses Inkassounternehmen?

Ein seriöses Inkassounternehmen zu finden, kann sich als schwierig erweisen. Daher haben wir hier einige wichtige Punkte, auf die du achten solltest.

Zulassung und Registrierung

Die Tätigkeit eines Inkassounternehmens unterliegt dem Rechtsdienstleistungsgesetz – kurz RDG. Daher sind diese Unternehmen prinzipiell an strikte Regeln gebunden. Ein seriöses Inkassounternehmen erkennst du an der offiziellen Zulassung, welche durch eine gesetzliche Eignungsprüfung sicherstellt, dass dieses Unternehmen auch qualifiziert ist.

Angemessene Gebühren

Ein seriöses Unternehmen richtet sich nach dem anwaltlichen Vergütungssystem und berechnet die Gebühren angepasst an die Höhe der Hauptforderung.

Gewissenhafte Vorgehensweise

Bevor ein seriöses Unternehmen die erste Mahnung versendet, prüft es zuerst die Bonität des Schuldners und ob die Forderung des Auftraggebers überhaupt berechtigt ist. Es wird immer erst versucht eine außergerichtliche Lösung zu finden.

Tipp!

Achte darauf, dass das Inkassounternehmen Mitglied in einem Verband ist. Es gibt zum Beispiel den Bundesverband deutscher Inkassounternehmen (BDIU). So ein Verband verpflichtet die Unternehmen, sich strikt an die Ordnungen zu halten. Verstöße werden mit hohen Geldbußen oder sogar dem Ausschluss aus dem Verband geahndet.

Woran erkennst du ein unseriöses Inkassounternehmen?

Generell erkennst du ein unseriöses Inkassounternehmen daran, dass es sich nicht an die vorstehend genannten Punkte hält. Aber ein besonderes Merkmal ist die Vorgehensweise durch Drohpraktiken, welche rechtswidrig sind.

Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt?

Grundsätzlich ist es ganz gleich, ob du ein Inkassounternehmen oder einen Anwalt einschaltest. Die Aufgaben sind dieselben. Der einzige Unterschied ist, dass ein Anwalt dich vor Gericht vertritt. Dies kann ein Inkassounternehmen nicht. Handelt es sich um eine unbestrittene Forderung, reicht daher ein Inkassobüro aus. Wenn es aber um eine bestrittene Forderung geht, ist abzusehen, dass der Fall vor Gericht landet, solltest du einen Anwalt einschalten.

Welches sind die Vor- und Nacheile eines Inkassounternehmens?

VorteileNachteile
spezialisiert auf das Inkassohäufig schlechter Ruf
langjährige Erfahrung im Inkassobereichkeine Zwangsvollstreckung bei Immobilien möglich
kostengünstigbei bestrittenen Forderungen keine Vertretung
erfolgsabhängige Arbeit (bei Misserfolg keine Kosten für den Auftraggeber)keine gerichtliche Vertretung möglich
hartnäckige Vorgehensweise
Kreativität beim Eintreiben von Forderungen

Was sind die Vor- und Nachteile eines Rechtsanwalts?

VorteileNachteile
besseres Ansehenhäufig teurer als Inkassounternehmen
keine Einschränkung bei der Vertretung vor Gericht und bei der Zwangsvollstreckungoft keine Spezialisierung auf Inkasso
kann alle Forderungen eintreibenaußergerichtliche Möglichkeiten werden meist nicht voll ausgschöpft
Begriff „Anwalt“ weckt Respekt
keine Neumandatierung nötig, wenn aus Inkasso ein gerichtliches Verfahren wird

Bedeutung des Informationsmanagements

Bei dem Informationsmanagement geht es darum, dass die wichtigen Kennzahlen über die Entwicklung zusammengetragen werden. Anschließend gilt es, diese auszuwerten und an das Management weiterzugeben. Das Informationsmanagement besteht aus zwei Teilbereichen:

  • Informationen und Kennzahlen über die Finanzstruktur des Unternehmens
  • Informationen und Kennzahlen über die Kunden

Was die einzelnen Teilbereiche bedeuten, haben wir nachstehend für dich erklärt.

Informationen und Kennzahlen über die Finanzstruktur

Die Debitorenbuchhaltung hat die Möglichkeit, ganz genau zu berechnen, auf welche Summe sich der aktuelle Posten der Forderung, welche offen ist, beziffert. Dies funktioniert über die Bereitstellung der Informationen über den ausstehenden Zahlungsfluss zum Unternehmen. Aus den generierten Daten kann Folgendes geschehen:

  • Planung der Liquiditätsabwicklung
  • Strategische Planung für langfristige Investitionen

Die erfassten Werte dienen als Entscheidungsgröße. Und zwar für operative und strategische Maßnahmen. So hast du die Möglichkeit, wirtschaftliche und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Informationen und Kennzahlen über die Kunden

Durch das Sammeln und Auswerten aller Informationen zu dem Kunden kannst du diese für die Beurteilung von zukünftigen Geschäften nutzen. Durch das Zahlungsverhalten des Kunden lassen sich Rückschlüsse über dessen Zahlungsmoral ziehen. Zudem lassen sich durch die Kennzahlen grundsätzliche Aussagen über dessen finanzielle Lage ableiten.

Kennzahlen im Forderungsmanagement

Die Kennzahlen zeigen dir auf, wie erfolgreich dein Forderungsmanagement ist. Wie die Berechnung solcher Kennzahlen und die Aussage dazu aussehen, zeigen wir dir anhand der nachstehenden Tabelle:

KennzahlBerechnungAussage
Bestand der gesamten Forderung (offene und uneinbringliche)Prozentuales Verhältnis der offenen und uneinbringlichen Forderung, verglichen mit der Gesamthöhe.Es werden aufeinanderfolgende Perioden betrachtet. Zudem gilt die Kennzahl als Gradmesser eines effektiven Forderungsmanagements.
DebitorendurchlaufzeitDurchschnittlicher Forderungsbestand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen x 360 Tage.Hier ist eine Laufzeit optimal, wenn sie nahe am durchschnittlich eingeräumten Zahlungsziel liegt.
Umschlagshäufigkeit der ForderungenUmsatzerlöses im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Forderungsbestand.Je höher die Forderungen sind, umso schneller werden sie liquide gemacht. Sinkt die Forderung, steigt die Kapitalbindung am Unternehmen.
Ausfallrate der ForderungenAusgefallene Forderungen im Verhältnis zu dem Gesamtumsatz.Ein Branchenvergleich ist hier lohnenswert. So kannst du das eigene Unternehmen einschätzen.

Checkliste Forderungsmanagement

Damit du einen Überblick hast, wie du ein effektives Forderungsmanagement gestaltest, haben wir hier eine Checkliste für dich. Die wichtigsten Punkte, welche du beachten musst, sind:

  • Schaffe eine klare Vertragslage, zum Beispiel durch Auftragsformulare oder AGBs.
  • Achte auf ein vollständiges und korrektes Erfassen von Kundendaten. So lassen sich Forderungsverluste vermeiden.
  • Prüfe regelmäßig die Bonität deiner Kunden. Außerdem solltest du das Kreditlimit immer abhängig von der Bonität einräumen.
  • Speziell bei Neukunden ist es sinnvoll, wenn du die Ware erst nach Barzahlung oder Anzahlung versendest.
  • Vereinbare verlängerte Eigentumsvorbehalte mit Verarbeitungsklausel. So gehört die Ware dem Kunden erst, wenn sie bezahlt wurde. Außerdem geht diese Ware dann nicht mit in die Konkursmasse ein.
  • Soge für einen schnellen Rechnungsversand und definiere ein fixes Zahlungsziel anhand des Datums.
  • Motiviere deine Kunden zum Beispiel durch Skonto zu einer pünktlichen Bezahlung.
  • Kontrolliere regelmäßig deine Zahlungseingänge. So kannst du schneller auf ausbleibende Zahlungen reagieren.
  • Erfolgt keine Zahlung, schalte schnellstmöglich ein seriöses Inkassounternehmen ein.

Fazit

Nun weißt du, wie du ein effektives Forderungsmanagement betreibst. Wenn du dich immer an die einzelnen Punkte hältst und deine Buchhaltung und Kunden im Blick hast, sollte es im besten Fall gar nicht erst zu Forderungsausfällen kommen.

Denn denk immer daran: Du und dein Unternehmen stehen an erster Stelle. Nichtzahlende Kunden, welche du hättest vermeiden können, zum Beispiel durch eine angemessene Bonitätsprüfung, sorgen nicht für eine lange Beständigkeit deines Unternehmens.

Nadine Höpf

Content Marketerin und gleichzeitig als Country Managerin für Frankreich zuständig. Nadine kann nicht nur in deutsch gehaltvolle Inhalte erstellen, sondern mühelos auch in französisch. Eine deutsche Kostprobe von ihrem Können bekommst du auf diesem Blog.

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