Equal Pay Day – Zeit für Gleichberechtigung

“Über Geld spricht man nicht.” “Männer und Frauen in Deutschland sind doch längst gleichberechtigt.” – Diese zwei Aussagen sind in den Köpfen der Deutschen fest verankert. Doch beide Aussagen sind falsch.

Ein Blick in das Berufsleben verrät, Frauen werden schlechter bezahlt als Männer. Deshalb wurde der Equal Pay Day ins Leben gerufen. Dieser Tag steht symbolisch für das ungleiche Entgelt zwischen Männern und Frauen. 2018 findet der Equal Pay Day am 18. März statt und dreht sich rund um das Schwerpunktthema Transparenz gewinnt. Denn über Geld spricht man.

Das erwartet dich heute:

  1. Was ist der Equal Pay Day?
  2. Der Equal Pay Day 2018 – Transparenz gewinnt
  3. Raus aus der Lohnlücke – Rein in die Selbstständigkeit

Was ist der Equal Pay Day?

Der Tag, an dem Männer und Frauen das Gleiche verdienen, soll gefeiert werden. Denn dann ist der Equal Pay Day. Bis dieser Tag allerdings erreicht ist, gilt der Equal Pay Day als internationaler Aktionstag für die gleichberechtigte Bezahlung von Frauen und Männern.

Laut dem statistischen Bundesamt besteht in Deutschland ein geschlechtsspezifischer Entgeltunterschied Gender Pay Gap von 21%. Das Gehaltsniveau eines Mannes zum Jahresende erreicht eine Frau erst am 18. März des Folgejahres. Frauen arbeiten sozusagen 77 Tage umsonst.

Beispiel:
Verdienst eines Mannes vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017: 54.000€
Verdienst einer Frau vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017: 42.660€
Verdienst einer Frau vom 01. Januar 2017 bis zum 18. März 2018: 54.000€

Aufgrund der 77 Tage, die Frauen für das gleiche Gehalt wie ihre männliche Pendants umsonst arbeiten müssen, fällt das Datum des Equal Pay Days auf den 18. März 2018. Der Verdienstunterschied in Europa zeigt, dass Deutschland mit 21% im hinteren Drittel liegt. Der Gender Pay Gap ist in Deutschland viel zu hoch.

Unterschiedliche Lohnluecken in Europa
Quelle: Viking

Zugegebenermaßen wird bei dem Gender Pay Gap weder der Umfang der Beschäftigung noch die Verteilung auf unterschiedliche Branchen und Berufsgruppen mit einberechnet. Die Berechnung lässt Ausbildung, Berufserfahrung oder Position der Beschäftigung ebenso außer Acht. Daher ermittelt das statistische Bundesamt zusätzlich einen bereinigten Gender Pay Gap.

Hierbei berücksichtigt das Bundesamt Männer und Frauen in gleichen Positionen, mit gleichen Erfahrungen und denselben Qualifikationen. Daraus resultiert eine Abweichung von immerhin 6%. Frauen verdienen somit aufgrund ihres Geschlechts 6% weniger als Männer in gleichen Positionen. Der Wert ist zwar deutlich geringer, dennoch sollte es hier überhaupt keine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern geben.

Gründe für die Lohnlücke

Frauen werden im Berufsleben unterschätzt. Sie stehen seltener in Führungspositionen, und ihre Meinungen oder Ideen werden in der “Männerwelt” häufig nur zweitrangig beachtet. Doch Frauen fehlt es nicht an kognitiven Fähigkeiten oder Wissen. Sie sind von Natur aus introvertierter und halten sich mehr im Hintergrund.

Trotz dem langen Kampf der Frauen zur Emanzipation herrscht im Berufsleben Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Warum gibt es den Gender Pay Gap überhaupt?

Viking widmet sich in einer Studie unter anderem dieser Frage. Zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut One Roll hat Viking 1000 Arbeitnehmerinnen zum Thema “selbst erlebte Geschlechterdiskriminierung” befragt.

Die Ergebnisse:

  • für 37% der befragten Frauen ist Beruf und Familie nur schwer zu vereinen
  • 24,4% der Befragten haben das Gefühl, sich im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen nur begrenzt beruflich weiterentwickeln zu können
  • Kinder sind ein “Karrierekiller”:
    • mehr als die Hälfte der befragten Frauen empfinden Kinder als negativen Einfluss auf die Karriere
    • fast 75% der Mütter unter den Befragten geben an, dass sie seit dem Mutterdasein die beruflichen Umstände ändern mussten
    • ganze 68% der Mütter wechselten nach ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben in die Teilzeit
Frauen wuenschen sich mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Quelle: Viking

Familienbezogene Erwerbsunterbrechungen betreffen fast nur Frauen. Doch eine Babypause oder Teilzeitbeschäftigung wirkt sich negativ auf den Stundenlohn aus. Durch 20-30 Wochenarbeitsstunden fehlt es den Frauen an Berufserfahrung. Und fehlende Berufserfahrung heißt: erschwerter beruflicher Aufstieg und geringe Chancen auf eine Führungsposition. Dadurch sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert, was wiederum mit der Lohnlücke zusammenhängt.

Frauenanteil-in-Deutschland-nach-Unternehmensgroeße
Quelle: Statista

Spitzenverdiener erhalten mehr als 5000€ im Monat. Frauen besetzen nur knapp 25% der Spitzenpositionen.

Frauen arbeiten weniger in Führungspositionen als Männer. Unter den weiblichen Spitzenpositionen ist knapp die Hälfte kinderlos. Zum Vergleich – von den Männern sind nur 23% ohne Kind. Männer in Führungspositionen halten es für selbstverständlich verheiratet zu sein und Kinder zu haben. Frauen hingegen müssen bzw. wollen einen hohen Preis für einen gut bezahlten Arbeitsplatz zahlen – sie verzichten auf eine Familie.

Der Equal Pay Day 2018 – Transparenz gewinnt

Das World Economic Forum fand heraus, dass sich die Lohnlücke erst im Jahr 2234 schließt. Bis dahin arbeiten Frauen noch 216 Jahre lang in einem System, in dem sie ungerecht bezahlt werden.

Mit dem Schwerpunktthema “Transparenz gewinnt” steuert der Equal Pay Day 2018 dem entgegen. Transparente Löhne tragen einen weiteren Beitrag zur Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft, dem Beruf und der Familie bei.

Im Januar 2018 trat das Entgelttransparenzgesetz in Kraft. Alle Arbeitnehmer, die in einem Betrieb mit mehr als 200 Mitarbeitern arbeiten, können das Gesetz in Anspruch nehmen. Frauen und Männer haben das Recht auf Auskunft über den Verdienst der Kollegen in gleichwertigen Positionen. Jedoch wird nicht das Gehalt eines Einzelnen angegeben, sondern ein Mittelwert.

Durch das Entgelttransparenzgesetz geht Deutschland einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist ein Gesetz nur so gut wie seine Anwendung. Erfragen Frauen oder Männer nicht den Gehalt des anderen, wird sich die Lohnlücke nicht schließen.

In Schweden ist übrigens jedes Unternehmen berichtspflichtig. Lohngerechtigkeit ist keine Frage der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, sondern eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Raus aus der Lohnlücke – Rein in die Selbstständigkeit

Wie du der Lohnlücke entkommst, habe ich dir in ein paar Tipps zusammengefasst. So steht der gerechten Arbeitswelt nichts mehr im Wege.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Entscheidest du dich für die Selbstständigkeit, kannst du ein selbstbestimmtes, freies (Berufs-)Leben führen. Noch nie war Gründen einfacher als zur heutigen Zeit. Die digitale Welt bietet Frauen große Chancen. Doch viele verschlafen diesen Trend, aufgrund mangelndem Interesse. Dabei muss Frauen bewusst werden, dass die Jobs der Zukunft in der digitalen Welt entstehen.

Beratungsstellen, Business Angels, Investoren, Gründerkredite und und und … Es gibt unzählige Förder- und Mentorenprogramme, die dir kostenlos Know-how vermitteln oder dich finanziell unterstützen. Die KfW-Bank ist zum Teil auf Existenzgründer ausgerichtet. Sie versorgt dich an mit wichtigen Tipps, Informationen und der passenden Förderung.

Reisen, Kommunizieren oder sich Informieren war noch nie so einfach und günstig wie heute. Soziale Medien und digitale Technologien helfen dir auf der Suche nach der passenden Zielgruppe. Die Vermarktung läuft fast von allein.

Nehme etwas Geld in die Hand, lasse eine Website erstellen und schon baust du deine Firmenpräsenz im Internet auf. Das Internet bietet zahlreiche Tools, die dich bei allen Aufgaben deines Business unterstützen. Eine digitale Buchhaltungssoftware wie sevDesk ist hier das passende Beispiel. Ohne tiefergehendes Wissen kannst du deine Buchhaltung bequem selbst bewältigen.

Dank Co-Working-Spaces kannst du auf ein eigenes Büro und die damit verbundene Büromiete verzichten. Du kannst frei entscheiden, wann und wo du arbeitest. So lässt sich Familien- und Berufsleben gut vereinen. Du musst dich nicht für eines der beiden Dinge entscheiden.
Das Einzige was du dafür tun musst? Habe eine gute Idee, fasse deinen Mut zusammen, wage den Schritt in die Selbstständigkeit und verabschiede dich von alten Arbeitsformen.

Hast du dich erfolgreich selbstständig gemacht, ist es besonders wichtig auf eine gerechte Bezahlung zu bestehen. Verkaufe deine Arbeit nicht unter Wert. Du musst immer bedenken, es ist deine Zeit, die du für den Kunden aufbringst. Und was ist dir deine Zeit, dein Fleiß und deine Mühe wert?

Nebenberuflich gründen

Du hast Bammel gleich auf’s Ganze zu gehen? Dann starte deinen Weg in die nebenberufliche Selbstständigkeit.

Übst du eine Teilzeitbeschäftigung aus, ist das eine gute Möglichkeit für einen Verdienstausgleich. Du baust ein unternehmerisches Standbein auf und sammelst Erfahrung. Fehlt dir die passende Idee? In unserem Blogbeitrag verraten wir dir 27 Geschäftsideen, um sich nebenher selbstständig zu machen.

Ist dein Sidebusiness ausgereift und hat Potenzial für einen Fulltimejob, kannst du dich von deiner Teilzeitbeschäftigung verabschieden. Starte voll und ganz in die Selbstständigkeit. Sage “Hallo” zu einer gerechten Bezahlung.

In unserem Interview erzählt dir Sidepreneur Peter-Georg Lutsch alles, was du zur nebenberuflichen Selbstständigkeit wissen musst.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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