In der Höhle der Löwen – Wie sich GlowGarage ein Investment sicherte [INTERVIEW]

Ein Investment in der Höhle der Löwen erhalten – das ist für viele Startups ein Traum. Und genau das ist den Gründern von GlowGarage jetzt gelungen. Im Interview erzählen sie, wie man sich fühlt, wenn man vor den Löwen steht und wie die Zusammenarbeit mit einem Investor aussieht.

Ihr seid die Gründer von GlowGarage. Was genau ist das?

GlowGarge ist die Marke unter der wir, drei Brüder Stefan, Andreas und Markus Wanning, innovative Beleuchtungskonzepte entwicklen und vertreiben. Unser Pionierprodukt ist das GlowGarage Bundle.

fahrrad

Hierbei handelt es sich um einen Leuchtstreifen welches als Beleuchtungs-Accessoire für Bikes aller Art, vom Mountainbike bis zum BMX verwendet werden kann. Unsere selbstklebenden Leuchtstreifen werden durch speziell entwickelte Lichter während der Fahrt aufgeladen und geben den Felgenflanken des Bikes einen einzigartigen Look!

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee hatten wir bereits 2010 auf einer gemeinsamen Flugreise in den Urlaub. Man kennt ja diese Leuchtstreifen auf dem Boden, die wenn das Licht ausgeht dann nachleuchten. Da kam uns die Idee, dass man diese Streifen ja auch auf ein Fahrrad draufmachen könnte.

Das Ganze haben wir dann aber erstmal nicht weiter verfolgt und uns auf unser anderes Start-Up Unternehmen „KA-Winch“ konzentriert, in welchem wir Seilwinden für den Fun-Sport entwickeln, konstruieren und vertreiben.

Montage

Durch dieses Unternehmen haben wir dann wiederum viele neue Kontakte geknüpft und neues Know-How erlernt, was uns am Ende ermöglicht hat unsere Idee von den leuchtenden Rädern umzusetzen.

Es gehört auf jeden Fall eine Menge Disziplin und organisatorisches Talent dazu

Ihr habt neben eurem Vollzeitjob gegründet – Welche Schwierigkeiten bringt das mit sich?

Es gehört auf jeden Fall eine Menge Disziplin und organisatorisches Talent dazu, da die Arbeit im Vollzeitjob natürlich nicht unter der Gründung leiden darf und umgekehrt.

Den Großteil der Arbeit hat nach Feierabend stattgefunden und nicht allzu selten wurde die Nacht dann zum Tage. Für uns fühlt es sich aber nicht unbedingt nach Arbeit an. Wenn wir zusammen arbeiten herrscht immer eine sehr lockere und konstruktive Atmosphäre.

Gründer Garage

Durch die moderne Technik, ist man auch immer flexibler was den Arbeitsort angeht, und so kann man auch unterwegs wunderbar effektiv sein. Ich erinnere mich noch an unseren Weihnachtsurlaub, wo wir in der Gondel ein „Meeting“ hatten und gebrainstormt haben.

Während der nächsten Fahrt wurden dann direkt die entsprechenden Mails geschrieben und Telefonate geführt.

Würdet ihr es wieder so tun, wenn ihr nochmal anfangen würdet?

Ja, rückblickend auf GlowGarage würden wir vieles so tun wie wir es getan haben. Natürlich gibt es bei jeder Gründung Learnings und Fehler aus denen wir lernen. Gerade bei Bestellungen in Asien sind am Anfang einige Dinge nicht ganz rund gelaufen und Ware wurde falsch hergestellt und geliefert.

Sowas kostet natürlich etliche Nerven.

Wie kam es dazu, dass ihr bei die Höhle der Löwen aufgetreten seid?

Markus und Andreas sind schon länger Fan der Sendung, und wir wussten, dass wir für unser neues Produkt großes Marketing brauchen werden.

Beschreib‘ doch bitte das Gefühl das man hat, wenn man vor der Jury steht.

Also man ist definitiv richtig aufgeregt, denn wenn was schief geht, dann hat man sich ja nicht nur vor den Investoren blamiert, sondern auch noch vor 3 Millionen Zuschauern. Dann kam noch hinzu, dass wir gerade mal 5 Tage Zeit hatten den Pitch vorzubereiten.

Glowgarage

Es war also eine eine extrem anstrengende Woche mit viel Arbeit und wenig Schlaf. Die Aufregung putscht aber gut auf, so dass die Anstrengungen ganz schnell vergessen waren.

Was glaubt ihr – was hat den Investor überzeugt? Wie wollt ihr das Geld investieren?

Herr Dümmel war vom Gesamtkonzept der Idee, dem potentiellen Marktvolumen und uns als Gründerteam überzeugt. Die Sendung ist ja nun bereits seit mehreren Monaten abgedreht.

Durch die Kooperation mit Herrn Dümmel konnten wir unser Produkt stark skalieren, die Produktionskosten senken und die Marktdurchdringungsrate erhöhen. Unser Produkt ist nun nicht mehr nur Online sondern auch Offline im Einzelhandel vor Ort verfügbar.

Der Fokus, welcher in der Sendung auf das VC gelegt wird spiegelt hingegen nur eine Seite der Medaille wieder. Die Expertise und das Netzwerk, welches hinter unserem Löwen steht war weit mehr Wert als x-tausend-€ für y-% Firmenanteile.

Man erlebt ja regelmäßig, dass Websites während und nach der Sendung aufgrund der vielen Besucherzahlen zusammenstürzen. Wie habt ihr euch vorbereitet?

Wir haben unsere Homepage natürlich ausreichend auf die anstehenden Besuchszahlen vorbereitet. Zum Ausstrahlungstermin wird es eine Shop-in-Shop Lösung auf der Seite Maxxworld, von unserem Löwen Ralf Dümmel geben.

Primär sind wir diesen Weg gefahren, um die Klickzahlen direkt in potentielle Sales umzusetzen. Anschließend nachdem wir die Peak-Phase überstanden haben wird unser neuer Online-Shop ausgerollt, neben dem innovative Fahrradbeleuchtungen auch weitere Produkte angeboten werden sollen. Man darf also gespannt sein.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Der Sicherheitsbonus kann nicht wegdiskutiert werden

Wir werden die Marke GlowGarage weiter pushen und versuchen im Markt für innovative Beleuchtungskonzepte des B2C Bereichs zu etablieren. Wir würden uns freuen, wenn wir die Beleuchtung von Personen und Fahrrädern in der Zukunft maßgeblich positiv beeinflussen könnten.

Wir wissen, dass dies vor allem hier in Deutschland eine extrem große Herausforderung ist. Idealerweise hoffen wir, dass unsere Produktidee zum Standard an Fahrrädern geworden ist, da der Sicherheitsbonus den wir mit unserem Produkt generieren einfach nicht wegdiskutiert werden kann.

Daneben arbeiten wir an weiteren Beleuchtungskonzepten im B2C Bereich.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit eurem Investor?

Nach dem Dreh hatten wir direkt ein Gespräch mit dem Team hinter Ralf Dümmel, in dem wir vor Allem die nächsten Termine abgestimmt haben.

Zwei Wochen später sind wir dann auch schon nach Hamburg gereist um die genauen Details des Deals auszuarbeiten und auch DS-Produkte kennenzulernen. Seitdem haben wir fast täglich Kontakt und arbeiten eng mit dem Team zusammen.

Würdet ihr anderen Gründern raten, sich ebenfalls bei DHDL zu bewerben?

Die Höhle ist super für B2C Produkte geeignet. Mit dem richtigen Produkt kann die Aufmerksamkeit durch die Show in den richtigen Hebel umgewandelt werden. Wir können aus unserer Erfahrung nur für die Show aussprechen.

Wie handhabt ihr das Rechnungen schreiben & die Buchhaltung? Wie war es in der Anfangszeit? Wie macht ihr es heute?

Am Anfang haben wir Rechnungen von Hand geschrieben und das ganze Buchhaltungsthema „manuell“ erledigt. Mittlerweile nutzen wir dafür die Buchhaltungssoftware von sevDesk, da wir dadurch mehr Zeit auf die Geschäftsentwicklung verwenden können und unser Steuerberater direkt mit den Daten weiterarbeiten kann.

Autor: Vielen Dank für das Interview und die interessanten Einblicke. Wir wünschen euch viel Erfolg für eure Zukunft.

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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