Corona-Krise: Als Selbstständiger Sozialversicherungen herabsetzen

Die Corona-Krise hält uns allem im Bann. Nicht nur die Zahl der Infizierten steigt stetig an. Auch die Zahl der von der Existenz bedrohten Freiberufler und Künstler nimmt dramatische Züge an. Kulturschaffende und Freiberufler stellen zwar keine lebensnotwendigen Güter her, doch sind sie für unser gesellschaftliches Leben doch enorm wichtig. Die Bundesregierung hat für viele Unternehmen Hilfspakete geschnürt, doch die Künstler und Freiberufler sind fast ein wenig dabei vergessen worden. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, dass diese Berufsgruppe ihre Existenz retten können. In der jetzigen schwierigen finanziellen Situation muss gespart werden, wo es nur geht. Möglich ist dies beispielsweise durch die Herabsetzung der Sozialversicherungsbeiträgen.

Das erwartet dich heute:

Wer kann die Beiträge herabsetzen?

Seit dem Jahr 1983 gibt es in Deutschland die Künstlersozialkasse. Die KSK stellt eine Einrichtung für eine gesetzliche Sozialversicherung für selbständige und freiberufliche Künstler und Publizisten. Diese Berufsgruppe hangeln sich oft nur von Auftrag zu Auftrag, arbeiten ein Leben lang, können aber in den meisten Fällen keine großen Rücklagen bilden. Um diesen Menschen auch eine ausreichende Altersvorsorge zu bieten, gibt es die Künstlersozialkasse. In diese Kasse zahlt der selbständige Künstler seine gesetzlichen Pflichtbeiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung ein. Doch was tun, wenn jetzt in der Coronakrise die Einnahmen ausbleiben?

Künstlersozialkasse ergreift Maßnahmen

Die Künstlersozialkasse ergreift in diesen Zeiten der Pandemie Maßnahmen und greift den versicherten Künstlern und Publizisten unter die Arme. Wer durch Corona in eine akute und existenzgefährdende Lage geraten ist, kann bei der KSK einen Antrag auf Stundung der Sozialversicherungsbeiträge stellen.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Bist du in der KSK versichert und bist du in akuten und sehr existenzgefährdenden Zahlungsschwierigkeiten, kannst du formlos in schriftlicher Form einen Antrag zur Herabsetzung bzw. Stundung deiner Sozialversicherungsbeiträge stellen. Möglich ist für dich auch ein Antrag auf Ratenzahlung. Du musst diesen Antrag nicht per Post schicken, sondern kannst ihn auch direkt per Mail an die Mailadresse auskunft@kuenstlersozialkasse.de senden. Dazu sind aber ein paar Voraussetzungen notwendig.

Antrag auf Stundung

  • In deinem Antrag musst du die genauen Umstände beschreiben, welche dich durch die Corona-Krise in Zahlungsschwierigkeiten gebracht haben.
  • Sind die genannten Gründe schlüssig, wird dir von der KSK eine Stundung bis Ende Juni 2020 gewährt.
  • Ab Juli musst du dann aber voraussichtlich die Beiträge nachzahlen oder diese in Raten begleichen.

Antrag auf Anpassung der Beitragshöhe

Du hast aber auch die Möglichkeit, aufgrund ausbleibender oder geringer Einkünfte, deine Beitragshöhe anzupassen. Dazu musst du für deinen Antrag auf Herabsetzung deiner Sozialversicherungsbeiträge dieses Formular nutzen.

Wichtig!

Es besteht für dich durch die Stundung oder Herabsetzung der Sozialversicherungsbeiträge keine Gefahr, dass du deine Versicherung verlierst. Erfolgt dies durch die Folgen der Corona-Krise, wird die Versicherungspflicht auch dann im laufenden Jahre fortgesetzt. Dies ist auch dann der Fall, wenn dein dafür notwendiges Mindesteinkommen unter die Grenze von 3.900 Euro jährlich fällt.

Zahlungserleichterungen für dich als abgabepflichtiger Unternehmer

Bist du als Unternehmer tätig, der die Werke der selbständigen Künstler oder Publizisten zur Verwertung nutzt oder die Werke in Auftrag gibst, bist du ebenfalls bei der KSK für eine Künstlersozialabgabe verpflichtet. Doch auch in diesem Fall kommt dir die Künstlersozialkasse entgegen. Folgende Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung.

  • Verlängerung des Termins zu Meldung: Ergeben sich durch die Krise bei dir Verzögerungen für die Meldung von abgabepflichtigen Entgeltzahlungen für das Jahr 2019, kannst du um eine Verlängerung bis zum 30.06.2020 bitten. Mit einem formlosen schriftlichen Antrag an die bereits oben genannte E-Mail-Adresse ist dies möglich.
  • Zahlungserleichterung: Sind dir schwerwiegende Zahlungsschwierigkeiten durch das Virus entstanden, kannst du eine Zahlungserleichterung, eine Stundung oder Ratenzahlung beantragen. Vorgehensweise wie oben beschrieben.
  • Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlung: Fallen durch das Corona-Virus deine Entgeltzahlungen die der Abgabepflicht unterliegen deutlich geringer aus als im Vorjahr, kannst du eine Herabsetzung dieser beantragen.

Fazit

Sowohl bei der Künstlersozialkasse versicherte Selbständige und Künstler, als auch Abgabe der Künstlersozialabgabe verpflichtete Unternehmen, bekommen durch die Corona-Krise Hilfe von der KSK. Dies geschieht entweder durch Beantragung einer Stundung der Versicherungsbeträge als auch durch Beantragung auf Herabsetzung der Höhe der Versicherungsbeträge. Dazu ist nur eine formlose schriftliche Begründung der Situation notwendig.

Wichtig!

Weitere wichtige Informationen rund um die Notfallprogramme von Bund oder Ländern kannst du jederzeit über deren Webseite in Erfahrung bringen. Dies geschieht entweder über den Internetauftritt vom Bundesministerium für Wirtschaft und über die Seite vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Hilfspakete der Länder findest du auf den offiziellen Webseiten der Länder.

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Fabian Silberer

Mit 22 Jahren eine GmbH zu gründen, erfordert Mut. Fabian hatte vor einigen Jahren zusammen mit seinem damaligen Studienkollegen Marco diesen Mut und ist heute CEO von sevDesk. Er weiß demnach, wovon er spricht, wenn es um Unternehmertum und den steinigen Weg in die Selbstständigkeit geht.

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