9 hilfreiche Tipps, wie Sie einem Burnout vorbeugen

Kundenakquise, Buchhaltung, Steuern und Versicherungen, Auftragsabwicklung, Umgang mit Beschwerden –  gerade, wer selbstständig arbeitet, verlernt oft zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden und bringt sich so selbst in die Gefahr einen Burnout zu erleiden. Trotz allen Engagements, das Sie als Existenzgründer oder Unternehmer aufbringen müssen, sollten Sie darum niemals vergessen, auch auf sich selbst zu achten.

Burnout – was genau ist das eigentlich?

Unter einem Burnout versteht man einen ausgeprägten Erschöpfungszustand, der in der Regel mit der beruflichen Situation in Verbindung gebracht wird. Was genau sich hinter dem Begriff versteckt, ist bis heute umstritten. Somit ist auch die Diagnose nicht immer eindeutig.
In der Regel wird hierzu das von der amerikanischen Psychologin Christina Maslach entwickelte „Maslach Burnout Inventory“ angewandt. Danach gibt es drei zentrale Symptome:
  • emotionale Erschöpfung
  • Depersonalisation (unpersönliches oder sogar zynisches Verhalten gegenüber Kunden, Kollegen und Chefs)
  • Wenig persönliche Erfüllung und Leistungsunzufriedenheit

Auf diese Alarmsignale sollten Sie zudem achten:

  • Allgemeine Erschöpfung
  • Das Gefühl, unentbehrlich zu sein und wenig Zeit für sich selbst zu haben
  • Wenige zwischenmenschliche Kontakte
  • Konzentrationsprobleme
  • Unzufriedenheit und Gereiztheit

Bei fortgeschrittener Krankheit kommen oft weitere Symptome wie ein Gefühl von Sinnlosigkeit, Antriebslosigkeit und Apathie hinzu. Auch zeigen sich oft körperliche Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen in Nacken oder Rücken, Tinnitus und Magenkrämpfe.

Wichtig: Nicht immer, wenn Sie sich ausgelaugt und überfordert fühlen, muss die Diagnose gleich „Burnout“ lauten. Beobachten Sie sich und stellen Sie fest, ob die Symptome weiter bestehen bleiben, wenn Sie sich eine Auszeit gönnen, also zum Beispiel nach dem Wochenende oder paar Tagen Urlaub. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.

9 Tipps, um einem Burn-Out vorzubeugen

Gönnen Sie sich einen Ruhetag

Viele Selbstständige kennen keinen Unterschied mehr wischen Arbeitstagen und Wochenenden. Egal, wie voll Ihr Terminkalender auch sein mag – gönnen Sie sich mindestens einen Tag in der Woche, an dem Sie nicht an die Arbeit denken, keine E-Mails abrufen, sich nur um sich selbst kümmern. So lernen Sie, abzuschalten und Dinge zu genießen, die Ihnen ganz persönlich, als Mensch und nicht als Geschäftsführer, Freude bereiten.

Seien Sie auch mal nicht erreichbar

Wer immer ans Telefon geht, sofort jede Mail beantwortet und nie jemanden auf eine Nachricht warten lässt, signalisiert schnell „Mich könnt ihr immer erreichen – ganz egal, wann.“
Die Hemmungen von Kunden und anderen Kontakten, Sie auch mal am späten Abend mit einer Frage zum laufenden Auftrag zu behelligen, werden sinken.
Lernen Sie darum, zu unterscheiden, wann es wirklich notwendig ist, dass Sie verfügbar sind und in welchen Fällen Sie einfach mal das Telefon ausschalten sollen. Kleiner Tipp: Meist erscheinen die Dinge im ersten Moment wichtiger, eiliger und dringender als sie tatsächlich sind.

Bewegen Sie sich

Es klingt banal, aber: Wenn der Körper beschäftigt wird, kann der Kopf mal Pause machen. Sie sollten darum – auch, wenn die Zeit knapp ist – regelmäßig Sport in Ihren Alltag einbauen.
Es muss nicht das Personal Training alle zwei Tage sein. Ein paar Mal laufen gehen oder mit dem Rad zur Arbeit fahren ist ein guter Anfang.

Ernähren Sie sich gesund

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Wenn Sie sich ausgebrannt und überfordert fühlen, sollten Sie überlegen, Ihre Ernährung umzustellen. Weniger Zucker und Fett, mehr Flüssigkeit, frisches Obst und Gemüse … Sicherlich werden Sie sich nicht von heute auf morgen fühlen wie ein neuer Mensch, aber mit der Zeit wird es Ihnen einfach besser gehen.

Definieren Sie klare Ziele

Wann haben Sie sich zuletzt gefragt, warum Sie „das alles“ eigentlich machen? Und wie klar konnten Sie sich diese Frage beantworten? Führen Sie sich immer wieder vor Augen, was Ihre Ziele im Leben sind – nicht nur im Berufsleben, sondern auch privat. So bekommen Sie das Gefühl, aus einem bestimmten Grund die Dinge zu tun und die Aufgaben zu erledigen, die täglich auf Sie warten. Die Sinnhaftigkeit, die dabei entsteht, hilft Ihnen, Ihr Leben als Ganzes zu sehen und es nicht nur auf das unbestimmte Ziel „Karriere machen“ zu reduzieren.

One thing at a time

Multitasking gilt heutzutage als wahre Tugend. Und kurzfristig mag es sogar stimmen, dass wer vieles auf einmal erledigt, schneller alles erledigt hat. Doch auf lange Sicht ist dies ein Trugschluss. Sie arbeiten weit effektiver (und vor allem entspannter), wenn Sie sich immer nur einer Aufgabe widmen – konzentriert und fokussiert. Sie wissen nicht, womit Sie anfangen sollen? Machen Sie sich jeden Morgen eine Liste und priorisieren Sie die zu erledigenden Aufgaben. Positiver Nebeneffekt: So bekommen Sie einen Eindruck davon, ob Sie alles schaffen werden oder bestimmte Dinge vielleicht delegieren oder verschieben müssen.

Lachen Sie öfter mal

„Lachen ist die beste Medizin.“, so heißt es im Volksmund. Und ganz Unrecht hat er damit nicht. Versuchen Sie es einfach mal: Wenn Ihnen alles zu viel wird, nehmen Sie sich eine halbe Minute Zeit, um herzhaft zu lachen. Vielleicht gibt es ein Video, über das Sie sich immer wieder amüsieren können. Schauen Sie es sich an. Oder lachen Sie einfach so – Sie werden sehen, wie befreiend es ist.

Pflegen Sie soziale Kontakte

Auch, wenn die Zeit knapp ist: Gehen Sie unter Menschen – und damit sind nicht Kunden und Geschäftspartner gemeint. Treffen Sie Freunde und unternehmen Sie etwas mit ihrer Familie. Sie werden sehen: Ihr Job ist nicht der Einzige, der Sie braucht. Und das ist ein sehr gutes Gefühl …

 Entspannen Sie bewusst und aktiv

Autogenes Training, progressive Muskelentspannung und andere Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi helfen, besser mit Stress umzugehen. Sie können in der Regel schnell erlernt werden und ganz einfach in den Alltag integriert werden.

Übrigens: Als Chef sollten Sie nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Ihrer Mitarbeiter im Blick behalten. Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt, wie Arbeitgeber zu starker Belastung in ihrem Unternehmen vorbeugen können. Folgende Tipps steigern die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter und tragen positiv zur Mitarbeiterbindung bei.

  • Flexible Arbeitszeitgestaltung
  • Weiterbildungsmöglichkeiten, um Monotonie als Risikofaktor vorzubeugen
  • Fitness- und Wellnessangebote
  • Aktive Prävention durch offenen Umgang mit Burnout
  • Bekämpfung von Mobbing im Unternehmen

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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